Die Reise zum „KörperMitGefühl“

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Auf der Seite www.sensiteach.org findest du eine große Auswahl an Übungsvorschlägen und Anleitungen, die dir helfen, deine Wahrnehmung für die Signale deines Körpers zu vertiefen.

Der Domainname der Webseite setzt sich deshalb aus den Bestandteilen „sense“ (=Sinn), „i“ (inner=inneres, und auch I=ich) und „teach“ (=lehren, unterrichten) zusammen.

Das Wecken und Wachhalten deiner inneren Sinne bezeichne ich, weil es professioneller klingt, auch als „Training der Tiefensensibilität“.

Die Signale aus dem Körper, auf die ich es dabei besonders abgesehen habe, betreffen alles was im Körper geschieht, wenn er beginnt erlebte Situationen abzuschließen und zu verarbeiten oder wenn er damit beginnt sich auf neue Aktivitäten vorzubereiten.  Dein Körper stimmt sich sozusagen von einer Situation auf eine andere um. Das geschieht z.B. schon dann, wenn du dich gerade auf einen längeren Sitzaufenthalt in deinem Lieblingssessel vorbereitest oder umgekehrt, wenn du gerade dabei bist, dich von ihm wieder zu erheben, um etwas Wichtiges zu erledigen.

Die Wechsel in der Körperspannung in einzelnen Regionen und im ganzen Körper kann man besser wahrnehmen als einen konstanten Wert. Nicht viel anders, als wenn wir vom Kalten ins Warme oder umgekehrt vom Warmen ins Kalte wechseln und dabei unser Temperaturempfinden anspringt.

In den Wellen des vielleicht auch noch kalten Meeres, beim Ein- und Auftauchen, wird unsere Wahrnehmung anders angesprochen als bei einem Bad in der wohltemperierten Badewanne.

Das Gesamtbild der Körperspannung wird manchmal auch als Tonus, bezeichnet. Oft wird dies auf den Tonus der Muskeln reduziert. Der Tonuswechsel betrifft sehr viel mehr. Besonders beteiligt ist und Bindegewebe, die Faszien, das unseren ganzen Körper durchzieht und dort alles miteinander verbindet. Wir können die Umstimmung, bei der eine Vielzahl von Spannungsveränderungen gleichzeitig wirken, als eine Art innerer Bewegung wahrnehmen.

Ich nutze „innere Bewegung“ als Oberbegriff, für alles, was wir als solche beschreiben würden. Dazu gehören z.B. auch Erfahrungen, die uns anscheinend so geläufig sind, dass wir dafür feste Redewendungen haben. „Mir fällt das Gesicht herunter“, „Mir rutscht das Herz in die Hose“, „Ich bekomme weiche Knie“, „Spitze deine Ohren“. Jede dieser Redensarten beschreibt eine innere Bewegung. 

In den Redensarten zeigt sich dass die innere Bewegung auch das umfasst, was wir meinen, wenn wir sagen, dass uns etwas im Innern bewegt oder dass uns etwas innerlich berührt. Das körperliche Erleben ist immer schon mit einem mentalen, psychischen, seelischen, oder geistigen Erleben verbunden, auch wenn die Wahrnehmung dieser Einheit sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Körper und Psyche, Leib und Seele zeigen sich hier nicht als zwei voneinander getrennte Welten, sondern eher auf unterschiedliche Aspekte oder Teile einer Gesamterfahrung.

Mit dem Training der Tiefensensibilität tauchen wir ein, in das was uns bewegt. Manchmal nur knapp unter die Oberfläche, manchmal so weit, dass wir uns in den Tiefen verlieren mögen.

Der Weg nach Innen ist also auch eine Möglichkeit, um Raum für die Abstimmung zwischen Innen und Aussen zu geben.

Viele Geschichten erzählen davon, wie Menschen und auch Tiere, deren Wege sich getrennt haben, die sich entfremdet und verloren haben, wieder zueinander finden und wie daraus neue Kraft und ein neuer Aufbruch entstehen kann.

Das Training der Tiefensensibilität mag uns ermöglichen, in einer unmittelbaren Erfahrung etwas wiederzufinden, von dem wir vielleicht gar nicht wissen, dass wir es uns verloren gegangen sein könnte.

Die innere Bewegung bietet ein weites Feld für diese Erfahrung.

Manche Menschen fühlen sich in ihrem Körper sowieso schon zuhause und innere Bewegungserfahrungen sind nichts Neues, eher etwas Altbekanntes, das jetzt einen anderen Namen bekommt. Für diese Menschen bietet das Training der Tiefensensibilität etwas in Richtung einer Rezeptsammlung, die man nutzen kann, um neue Anregungen oder Ideen zu erhalten, denen sie folgen können oder auch nicht. Hauptsache, es macht schmeckt und der Appetit wird gestillt.

Diese Menschen sind das, was man innerlich oder „intrinsisch“ motiviert nennt.

Andere Menschen, und das sind viele, brauchen einen äusseren Anlass, der sie zwingt, sich um die eigene Ganzheit oder Ganzwerdung zu kümmern. An erster Stellen hier bereits manifeste Bedrohungen oder Gesundheit. Sie suchen dann oft nicht zunächst auch nicht Heilung im Sinne einer Ganzwerdung, sondern Befreiung von ihren Leiden und schlicht einen Ausweg.

Wenn ein Tier verfolgt wird, vielleicht schon verwundet ist, und es hat keinen schützenden Unterschlupf, in den es sich in Sicherheit bringen kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, alles seine Geschwindigkeit zu erhöhen und möglichst viele Manöver zu starten, um sich die Bedrohung vom Leibe zu halten.

Anders ist es, wenn es einen Zugang zu einem schützenden Unterschlupf gibt. Dann kommt man aus der Gefahr heraus, indem sich in etwas hineinbegibt. Mit dem Training der Tiefensensiblilität lernen wir, uns in unseren inneren Räumen zu orientieren. Vielleicht scheint es uns auf den ersten Blick widersinnig, die Verbindung mit dem Körper zu suchen, wo wir ihn doch als „Quelle des Übels“ und des Leidens und damit als „Feind“ identifiziert haben. Viel widersinniger ist jedoch der Gedanke, wir könnten ohne Körper überleben. Statt also vor dem Körper zu fliehen, fliehen wir mit der inneren Bewegung zurück in die eigenen Arme. Statt den Körper auslöschen zu wollen, wollen wir mit ihm leben.

Sobald wir den Kontakt zum inneren Erleben (wieder-)hergestellt haben, können wir die Beziehung vertiefen und verfeinern. Etwa, so wie wir menschliche Beziehungen mit der Zeit immer mehr vertiefen und verfeinern.

Das Training der Tiefensensibilität eröffnet nicht nur einen besonderen Zugang zu unseren inneren Beweggründen, sondern ist auch eine besondere Form der Kommunikation. Wir setzen einen Impuls und erhalten eine Antwort. Wir setzen den nächsten Impuls und erhalten eine Antwort. Und nach und nach lernen wir auch die Impulse, die aus dem Innern kommen zu unterscheiden und auf sie reagieren. Stell dir vor, du liegst nachts im Bett und plötzlich ruft dich dein Körper an, um dir mitzuteilen, dass er gerade von dir „etwas ganz Tolles“ geträumt hat.

In einer gelingenden Beziehung lassen sich die Anforderungen des Lebens leichter bewältigen, als in einer von Missachtung und Missbrauch geprägten Beziehung. Das Training der Tiefensensibilität ist so auch ein Training der Widerstandsfähigkeit oder der „Resilienz“ gegenüber den kleinen und großen Erschütterungen unserer Existenz.

Körper und Geist, Leib und Seele wandern als Paar durchs Leben.

Sie sind gemeinsam bewegt, berührt, verletzt und entzündet. Sie sehnen sich nach Erholung, Schlaf und Ruhe. Sie müssen sich nähren und alles, was sie aufnehmen, sortieren, sich einverleiben und das Unverdauliche wieder ausscheiden. Sie müssen sich schützen und entgiften. Sie müssen das Potential für ihr Weiterleben und das Weiterleben ihrer Spezies erhalten und sich ständig erneuern. Sie müssen bei maximaler Stabilität maximal flexibel bleiben und umgekehrt. Sie müssen sich niederdrücken lassen und sich wieder aufrichten lassen können.

Eine äussere Bewegung ist verbunden mit einer inneren Bewegung.

Eine äussere Bewegung ist verbunden mit einer inneren Berührung.

Äusseres und inneres Entzündungsgeschehen wirken zusammen.

Mit dem Training der Tiefensensibilität förderst du die Beziehung zu dir selbst. Die vertiefte Beziehung bedeutet auch mehr Intensität des Erlebens. 

Mit dem Training der Tiefensensibilität förderst du die Beziehung zu dir selbst. Die vertiefte Beziehung bedeutet auch mehr Intensität des Erlebens. 

Der Begriff „Tiefensensibilität“ wird eher selten verwendet. Viel häufiger treffen wir auf den Begriff „Hochsensibilität“, der wiederum manchmal mit dem Begriff der „Hypersensibilität“ oder „Überempfindlichkeit“ gleichgesetzt wird. Tiefensensibilität kann mit Hochsensibilität einhergehen, meint aber nicht dasselbe. Es ist ungefähr wie der Unterschied zwischen einer Beziehung, in der man sich gemeinsam in Stürmen orientieren kann und einer Beziehung, in denen man sich ständigen Stürmen ausgeliefert findet.  

Wenn du schon eine gewisse Grundempfindlichkeit hast, kann es sein, dass auch die Impulse zur inneren Bewegung relativ schnell eine Reaktion aus deinem Inneren hervorrufen. In der Regel gestaltet, sich das so, dass du die innere Bewegungen wahrnimmst, die du bisher nicht oder nicht so gespürt hast. Wie in einer Beziehung gibt es vielleicht diese erste Flamme, gefolgt vielleicht sogar von einer Phase der Begeisterung und der intensiveren Beschäftigung. Wie auch eine kleine, bewusst herbeigeführten Entzündung, kann eine kleine Welle der Begeisterung, kleinere Wunden schließen und oberflächliche Verletzungen heilen. Je tiefer die Wunden und Verletzungen, denen wir uns zuwenden wollen, desto mehr stabilisieren wir uns aus der Tiefe in der Beziehung zu uns selbst und zu anderen.

Vertrauensverhältnisse aufzubauen benötigt Raum, Zeit und Zuwendung. Für das Training der Tiefensensibiltät ist dieser Aspekt wichtiger als die Auswahl der Übungen. Alle Übungen erfordern, dass wir uns Zeit nehmen, um uns unserem inneren Erleben zuzuwenden. Sie erfordern, dass unser Nervensystem dies zulässt. Die Tür zu den Signalen aus dem Inneren kann sich nur öffnen, wenn wir uns nicht bedrängt, bedroht oder unter Druck befinden. Es ist gut den schützenden Unterschlupf einzurichten, solange man nicht fliehen muss. Die Erwartung, dass sich in Gefahr wie durch Zauberhand eine Tür öffnet, die in die Rettung führt, ist nicht realistisch. Realistischer ist es, zu lernen in jede sich bietende Ritze zu schlüpfen und überall, wo nur möglich Unterschlupf zu finden. Ob man den Weg in die inneren Räume und den Kontakt mit den inneren Sinnen an der einen oder anderen Stelle übt ist unerheblich. Wir trainieren die grundsätzliche Technik. Wer schwimmen kann, schwimmt in allen Gewässern. Vielleicht nicht überall gleich geschmeidig, aber sie bzw. er schwimmt. Tiefensensibilität ist ein Vermögen, das man traininieren kann. Vermögen bedeutet das, was man vermag.

Das Wissen, dass es sich lohnt, in dieses Vermögen zu investieren hat eine lange Geschichte und wir finden es in den unterschiedlichsten Traditionen, besonders ausgeprägt in den Philosophien und Lehren des Ostens. Dort geht eine Übungspraxis oft eine enge Verbindung mit weltanschaulichen und auch religiösen Vorstellungen einher.

Das Training der Tiefensensibilität hat einige Berührungspunkte zum Qigong, besonders zum sogenannten „inneren Qigong“. Das hat biografische Gründe, da ich durch die inneren Übungen auf die inneren Bewegungen gestoßen bin.

Wie im Qigong spielen Vorstellungsbilder und der Atem auch im Training der Tiefensensibilität eine entscheidende Rolle. Vorstellungsbilder aktivieren, wenn sie entsprechend gewählt werden, immer ein umfassendes Bewegungsmuster. Wir stehen nicht nur mit dem Körper von einem Stuhl auf, sondern mit dem gesamten Körper. Wenn das Steißbein sich nicht beteiligt, fehlen entscheidende Impulse. Wenn die Augen sich nicht mit aufrichten, landen wir nicht im Hier und Jetzt.  Im Qigong würde man die Absicht des Aufstehens mit dazu nehmen, also z.B. die Absicht einen netten Menschen zu begrüßen, der sich uns gerade nähert.

Das ist dann manchmal ähnlich wie in der Schauspielerei.

Je nach Vorstellungsbild stellen sich Körper und Geist auf eine andere Situation ein und bereiten sich entsprechend vor. Das ist sozusagen das „Fine-Tuning“, bevor es los geht.

Diese Feinabstimmung ist im Inneren spürbar, noch bevor im Aussen etwas geschieht. Die Feinabstimmung oder vorauseilender Anpassung betrifft alle unsere vitalen Funktionen: Atem, Blutfluss, Nervensystem, Bewegungsapparat, Drüsen, Verdauung, Emotionen.

Wenn wir unsere inneren Sinne schärfen, können wir wahrnehmen, was alles schon geschieht, bevor etwas geschieht. Das ist dann ungefähr so, als würde man am Samstag in Urlaub fahren. Vor dem Haus geschieht bis Samstag früh noch gar nichts, aber im Haus wird schon Tage davor allerhand umgeräumt, gesucht, bereitgestellt, geschimpft und gelacht. Ähnlich, aber ganz anders sieht es aus, wenn man am Samstag eine Reise zur Beerdigung eines lieben Menschen antreten soll.

Mit dem Training der Tiefensensibilität werden wir nicht nur wahrnehmungsfähiger auf einzelne körperliche Veränderungen, sondern auch auf ihr Zusammenwirken. Das Training schärft so also auch unseren Sinn für das Zusammenspiel des Ganzen und fördert so unser Gefühl, ganz zu sein.

Das Bedürfnis, sich ganz zu fühlen ist wahrscheinlich eng mit unserem Bedürfnis nach Sinn verbunden, denn wir wünschen uns ja nicht nur, dass einzelne Dinge einen Sinn machen, sondern dass das Ganze einen Sinn ergibt.  Meist suchen den Sinnzusammenhang eher im Aussen. 

Beim Training der Tiefensensibilität entwickeln wir die inneren Sinne und stoßen dabei auf einen Sinnzusammenhang, der immer schon gegeben, weil er die Bedingung der Möglichkeit darstellt, dass wir überhaupt in der Welt sein können.

Wenn wir etwas üben oder trainieren möchten, gibt es immer sehr unterschiedliche Wege.

Wir können eine neue Sprache in einem Sprachkurs lernen oder im Selbststudium. Wir könnten auch einfach jemand finden, der uns die Sprache im Alltag beibringt.

Für das Training der Tiefensensibilität gibt es eine spezielles pädagogisches Konzept.

Es heisst „intendons®“, was so viel bedeutet wie „in den Sehnen“. Es steckt aber auch das Wort „intend“ bzw. „intendieren“, also „beabsichtigen“ drin. Wie im Qigong nutzen wir beim intendons®-Konzept die Absicht, um die Sehnen (=“tendons“) zu erreichen.  „Sehnen“ steht dabei stellvertretend für das ganze Bindegewebe (=Faszien). Dabei geht es zunächst einmal darum die Spannungsveränderungen im Fasziensystem wahrnehmen zu lernen. Spannung heisst auf English „tension“. Und auch das steckt irgendwie in „intendons“. Natürlich schwingt in der Wortschöpfung auch das englichse „intense“ bzw. eingedeutscht „intensiv“ mit. Ich habe auch schon mal mit Slogan „intensiv sensitiv“ für das Kozept geworben.

Das intendons®-Konzept wählt die Vorstellungsbilder so aus, dass sie möglichst deutlich zu einer positiv veränderten Körperwahrnehmung führen. Dafür ist es gut, wenn der Körper schnell auf ein Bild anspringt und die damit verbundenen Empfindungen interessant, neu, interessant, lohnenswert und bedeutsam erscheinen. Dazu gehört z.B. die Erfahrung, dass Körperbereiche warm werden, kribbeln und das Blut pulsiert, obwohl keine äussere Bewegung stattfindet. Und das ist erst der Anfang.

Natürlich liegt es dann nahe, die vitalisierenden Effekt auch dort wirken lassen zu wollen, wo ein Mangel, eine Beeinträchtigung oder ein Leiden wahrgenommen wird. Die Frage, ob es bestimmte Übungen für bestimmte Zwecke gäbe, wird oft gestellt. Da die Fokussierung auf ein bestimmtes Problem grundsätzlich die Möglichkeiten zur Wahrnehmung des Ganzen reduziert, ist das ein relativ schwieriges Thema.

Wir verstehten intendons® erst einmal als eine mögliche Tür zu einem Erfahrungsfeld, in dem wir das Gefühl für uns selbst stärken und uns als „wunder-volle“ Geschöpfe wahrnehmen können.

Beim Qigong unterscheidet man zwischen der Ausrichtung auf den Energiefluss insgesamt und Übungen zu medizinischen Zwecken. Auch beim Training der Tiefensensibilität gibt es Übungsfolgen, die auf ganz bestimmte Aspekt des inneren Geschehens abzielen. Doch selbst, wenn wir uns z.B. den inneren Organen widmen, geht es immer um die Tiefenwahrnehmung. 

Wir können durch die Gestaltung der Beziehung zu unserem Körper die Voraussetzung schaffen, dass eine für beide Seiten positive Entwicklung in Gang kommt.

Aus dem intendons®-Konzept entwickelte sich eine besondere Form des Faszien-Coachings, das speziell auf die therapeutische und pädagogische Arbeit mit der inneren Bewegung abstellt. Der Grundgedanke besteht darin, dass wenn sowohl TherapeutIn als auch KlientIn innere Bewegung, innere Berührung und inneres Weiten in einem Zweier-Setting nutzen, sich eine innere Resonanz zwischen beiden einstellen kann. Wenn die Therapie oder das Coaching in einem Raum der Resonanz stattfindet, verlässt sie die Oberfläche und erreicht die Ebenen, aus denen heraus tiefer greifende Veränderungen möglich werden.

Wir können nicht nur tief tauchen, sondern auch hoch springen.

Wenn wir vom Sprungbrett ins Wasser springen, erleben wir vielleicht die Lebendigkeit im Wechsel zwischen Freiheit in der Höhe und Umhüllung in der Tiefe.

Der Wechsel zwischen Regeneration und Aktivierung ist in unser Nervensystem eingeschrieben.

Der wichtigste Schalter zwischen beiden ist der Vagusnerv. Die Aktivierung des Vagusnervs führt in die Regeneration. Die Hemmung des Vagusnerv führt in die Aktivierung.

Die Wahrnehmung der Signale aus dem Inneren macht nur Sinn, wenn wir uns nicht gerade im Überlebensmodus befinden. Dann geht es erst einmal ums Aussen.

Die Zuwendung zu unserer Tiefensensibilität ist unmittelbar mit einem Ändern des Zustands des Nervensystems verbunden. Mit der inneren Bewegung stehen unendlich viele Möglichkeiten zur Verfügung, in Kontakt mit dem Nervensystem zu kommen. Die meisten gängigen Vorschläge zur Aktivierung des Vagus und damit verbunden der Entspannung, nützen Manipulationen von aussen, z.B. Druck oder Zug an Stellen, wo der Vagusnerv von der Oberfläche aus zu erreichen ist. Mit der inneren Bewegung haben wir unendlich mehr Vagusschalter zur Verfügung.

Aus der Idee heraus, dass die vielfältigen Möglichkeiten des Umschaltens von Regeneration in Aktivierung und wieder zurück für einen großen Kreis von Menschen interessant sein müsste entstand ein weiteres Konzept: vagusloop® – connective body work.

„Loop“ bedeutet Schleife. „Vagusloops“ sind sich in wiederholende Wechsel zwischen regenerativen und aktivierenden Zuständen des Nervensystems. Um in einen Vagusschleife einzubiegen, installieren in körperlichen Übungen z.B. aus dem Yoga, aus Pilates oder der Gymnastik einen Abzweig, der für eine kurze Zeit in die innere Bewegung und dann wieder zurückführt. Ungefähr so wie regelmäßig auftauchende ruhige Rastplätze im Grünen,  die von hektisch befahrenen Fernstraßen abgehen.

Ziemlich weit gediehen ist schon das „Vagusloop® Yoga“. Im Yoga, vor allem in den dynamischeren Formen, finden wir an sich schon immer Wechsel von Herausforderung und Entspannung. Im „Vagusloop® Yoga“ folgen die Wechsel einem Muster, das man als Übungsprinzip sehr gut mit den Praktizierenden teilen kann und dessen Nutzen sich unmittelbar erschließt.

Das Übungsprinzip verwandet jede Übung in eine Übung für das Nervensystem.

Ein robustes Nervensystem hilft uns in der Anspannung gelassen und in der Gelassenheit fokussiert zu bleiben. Für das Konzept, das in Zusammenarbeit mit Stephanie Zander und Andreas von Wehner entstand und sich stetig weiter entwickelt, gibt es eine eigene Webseite: www.vagusloop.de.

Mein Name ist Harald Xander. Ich arbeite als Körpertherapeut und habe 2010 das Institut und den Verlag für innere Bewegung (intendons® e.K.) gegründet. Nach Beendigung meiner Selbständigkeit 2025 stelle ich die Ergebnisse meiner Arbeit der Allgemeinheit frei zur eigenen, nicht kommerziellen Nutzung zurVerfügung.

Stand: August 2026